Sparsamkeit im Überfluss

Unser Wassersparplan im Detail

 Wasserknappheit ist ein Thema, dass uns in Zukunft wahrscheinlich öfter beschäftigen wird, als uns lieb ist. Nach dem Jahrhundertsommer im letzten Jahr und einem verhältnismäßig trockenen Frühling und Frühsommer 2019, klagten einige Gemeinden in Ostwestfalen bereits Ende Juni über einen akuten Trinkwasser-Engpass.

Um den Verbrauch einzuschränken, drohten vorübergehend sogar Bußgelder von bis zu 1.000 Euro für alle, die mit Frischwasser den Rasen sprengten oder ihr Auto wuschen. So wurden und werden von der Politik auch vermehrt Privatpersonen dazu angehalten, sparsam mit dem wertvollsten aller Güter umzugehen. Natürlich ist jeder einzelne wichtig – aber eine große Verantwortung kommt hier zweifellos auch den Unternehmen zu.

Regenwasser statt Trinkwasser

Das gilt insbesondere natürlich für eine Großgärtnerei wie uns. Wie auch beim Strom, versuchen wir den Großteil unseres Bedarfs von der Natur selbst decken zu lassen. So fangen wir auf einer Fläche von insgesamt 10.000 Quadratmetern sämtliches Regenwasser auf und sammeln es in unserem 1,5 Millionen Liter großen Auffangbecken. Damit ist es uns möglich, auch längere Trockenperioden abzufedern und unseren durchschnittlichen Verbrauch von rund 30.000 bis 50.000 Litern pro Sommertag zu großen Teilen selbst abzudecken. Nur wenn das vorhandene Regenwasser nicht reicht, füllen wir unsere Tanks mit zusätzlichem Frischwasser aus unserem Brunnen, um die etwa 50.000 durstigen Pflanzen in unseren Beeten versorgen zu können.

Geschlossenes Bewässerungssystem

Die Nutzung von Regenwasser ist für uns sowohl aus wirtschaftlicher, als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Unser Selbstanspruch als grüner Betrieb ist damit aber noch lange nicht erfüllt: Unser Bewässerungssystem ist zu 100 Prozent in sich geschlossen. So gelangt kein Wasser/Dünger-Gemisch ins Erdreich und damit ins Grundwasser. Jede Pflanze hat einen eigenen Tropfschlauch, wodurch wir rund 60 Prozent des Wassers zurückführen und nach entsprechender Kontrolle und Aufbereitung wiederverwenden können. So können wir nicht nur die optimale Versorgung unserer Pflanzen sicherstellen, sondern belasten auch Grundwasser und Umwelt nicht mehr, als unbedingt nötig. Auf diese Weise leisten wir unseren Beitrag, damit die Frischwasserknappheit 2019 hoffentlich die vorerst letzte in Ostwestfalen gewesen ist.